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Archiv für Humor

Stärke hat einen neuen Namen: Sandra Schadek

Im Zusammenhang mit dem Schicksal meines Schwagers Bernd bin ich schon einmal in diesem Blog auf die überflüssige Krankheit ALS (Amyotrophe Leteral Sklerose) eingegangen, deren deftige Übersetzung als „Aller Letzte Scheiße“ durch den selbst betroffenen und mittlerweile daran verstorbenen Frank Kannemacher dem verheerenden Ausmass dieser todbringenden Krankheit eigentlich weitaus näher kommt … 😉

Zum wiederholten Male schlage ich nun die website von Sandra Schadek auf, denn von Anbeginn hat mich diese Reportage einer ALS-Betroffenen in einem recht fortgeschrittenen Krankheits-Stadium begeistert:professionelles Design, völlige Offenheit in den Berichten aller Lebensum- und Zustände, keinerlei Scheu vor der öffentlichen Formulierung persönlicher Sehnsüchte und Wünsche, druckreifer Schreibstil mit einem Humor zum Wegschmeißen bestückt. Mir sind vor Lachen schon die Tränen runtergekullert! Leseprobe hier: KLICK!

Menschen, die nur Scherze über Andere machen können, sind einfach platt (das Fernsehen lebt davon!) – Menschen die im größten Unglück noch über sich selbst lachen können, beweisen wahre Größe!Für mich, liebe Sandra, bist Du eines dieser wenigen Exemplare – und damit ein ganz beonderer Mensch! Und Deine Krankheit habe ich bei dieser Betrachtung – sorry, kein Mitleidsbonus! – noch nicht einmal einbezogen!!!

Die Hoffnung – so sagt man – stirbt zuletzt. Weitaus mehr Inhalt aber haben für mich die letzten Worte meiner Mutter, bevor sie von einem Lungekarzinom vollständig aufgefressen wurde als ich 19 war: „Wolfgang, Du kannst in Deinem weiteren Leben alles verlieren. Nur achte darauf, dass Du immer Deinen Humor bewahrst …!“ Und die größte Kostprobe ihres Humors gab sie von sich, als ich sie am Krankenbett des spartanischen Krankenhauses fragte, ob sie noch etwas brauche wie zB ein frisches Nachthemd. „Nein danke,“ brachte sie kraftlos aber noch verständlich kurz vor Ihrem Davongehen über die Lippen, „in diesem Etablissement wird nackend gefrühstückt!“

In diesem Sinne, liebe Sandra, gib das Lächeln nie auf! Und Deine Frage nach Sinn und Unsinn des Lebens hast Du Dir eigentlich schon selbst beantwortet:25.000 Leser Deiner website pro Monat! Ich wiederhole: 25.000, die Dich lieben Deiner Stärke wegen, Deines Humors, Deiner Hilfe, Deines Mutes und Deiner Stärke, die Du gibst durch die detaillierte Darstellung Deines Lebens als ALS-Betroffene.

Ich bin nur einer von Ihnen …

Die Gruft Deutschen Humors vs. „Neues aus der Anstalt“

Bei der letzten Ausgabe von „Neues aus der Anstalt“ fiel mir wieder ein, warum ich die Flimmerkiste nicht schon längst durch das geschlossene Fenster geschleudert habe.
Ja , es ist erschreckend, was einem – abgesehen von ein paar wenigen informativen Beiträgen auf speziellen Kanälen – geboten wird. Vor allem auf dem Sektor HUMOR ist im Deutschen Fernsehen nur noch Kaltschale angesagt.

Verzweifelt blödeln Kandidaten wie Prolli-Pocher, Locken-Atze, Chauvi-Speckbacke Mensch Manfred auf flachstem Niveau um die Gunst des Zappers: Tiefgang wie ein mit Kiel oben auf dem Watt liegender Schlickrutscher. Selbst Anke Engelke mit ihrem Ladykracher verkommt zur abgefrackten Humor-Schlampe, dass es bei mir nur noch dann kracht, wenn meine Weinflasche sich – vorher geleert – ins Zentrum der Bildröhre bohrt …

Vermissen tut man schmerzlich die wahren Könner wie den geistreichen Loriot oder den leider verstorbenen Zyniker Diether Krebs: wahre Könner und Charakterdarsteller erster Kategorie!Hildebrandt macht sich rar, vom Münchner Bühnen-Jumper Michi sieht man auch immer weniger, der Rest liegt auf dem seichten Level tosender Mitklatsch-Sendungen wie „Musikanten-Stadl“ oder „Heissa, die Musi kommt!“

Mein Gott, wenn sauer wirklich lustig machen sollte, dann haben wir es mittlerweile mit lauter zuckergeschwängerten Diabetikern zu tun, die ihre Texte wie in der Gähn-Runde „Genial daneben“ unter Vorsitz des rundum gebiss-sanierten weil betagten Hugo Egon Balder so ganz spontan vom Script ablesen und sich in einer linkischen Manier die Bälle zuspielen, dass man denken muss, man sei in einem zwanglosen Unterhaltungsprogramm des DDR-Fernsehens gelandet!

Die Gruft des Deutschen Humors wird immer grösser, man hat die Hoffnung auf wahre Lacher und Kracher fast schon aufgegeben – da kommt am 23. Januar diesen Jahres zum ersten Mal „Neues aus der Anstalt“ mit Georg Schramm und Urban Priol im ZDF. Sehr treffend sagt die Süddeutsche Zeitung: „Tagesaktuelle Satire von den besten Kabarettisten des Landes, umgesetzt in federleicht spielerische Form.“ Kann ich nur bejahen.

Alle bisher ausgestrahlten 9 Folgen kann man sich auch im Netz anschauen oder sogar als Podcast downloaden! Einfach mal reinklicken:

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Chickendog …

… da lachen nicht nur die Hühner!

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