ERLkönig

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Archiv für Fuerteventura 2011

Don Pedro Gonzales

Unser Cat dümpelt bei Anfi vor Anker. Die Sonne glüht, der Wind kühlt, und alle sechs an Bord grinsen vor lauter Wohlbefinden mit geschlossenen Augen in sich hinein, der Sonne entgegen.

Mehr als sieben Stunden lang sind wir zuvor nach Mogan und kreuz und quer gesegelt, hatten knapp 10 Knoten auf die Logge gebracht, und das allein mit den beiden Vorsegeln ohne Einsatz des Großsegels. Unser 17 Meter Cat ging ab wie ein Zäpfchen!

Nach harrrt durchsegelten Stunden macht Ulli ein formidables Ankermanöver – man merkt, sie kennt sich aus mit dem Schiff -, und jeder gibt sich auf dem Vordeck dem stillen Müssiggang hin – schlummernd, meditierend, träumend, sinnierend …

Nur Georgie ist wie immer geschäftig, und schon bald weiss ich womit: wie aus dem Orbit herab ertönt in Dolby Surround Qualität einschmeichelnd im Gleichtakt mit Wind- und Wellenspiel aus den bordeigenen BOSE Boxen plötzlich „Wish You Were Here“ von Pink Floyd. Es fehlen nur noch der Rote und die Tüte, und ich wäre vor Begeisterung über die Reling gesprungen. Aber auch ohne den beschleunigenden Süßstoff fangen wir alle offensichtlich an zu fliegen.

So auch meine Gedanken wieder einmal, und ich erinnere mich an einen Tag vor mehr als drei Jahren, als ich mit Georgie und seiner Yacht an derselben Stelle ankerte – in Gesellschaft mit ca. 8 weiteren im respektablen Abstand zueinander liegenden, beachtenswerten Seglern. Wir waren grad beim Klarschiffmachen, da betrat eine Motoryacht das Parkett. Flach, spitz und unendlich lang, ausgerüstet mit einem DuplexAntrieb, der wohl seine 500 Pferde auf die Schrauben brachte …

Auf dem schmalen, schnittigen, ja pfeilartigen Vordeck aalte sich Blondie im Bikini mit Mega-Augen und strich sich halb liegend lasziv mit der Rechten durchs Wind zerzauste, lange Haar. Hinten, im weissen Ledersitz des offenen Salons nahezu die Zwillingsschwester – nicht minder auf Exhibition und Geld aus.
Beide Barbies aber wurden in Bedeutung und Posing weit übertroffen durch den am Ruder stehenden Mann: Don Pedro Gonzales, braun getüncht, grau meliert, kontrastreiches, weisses Poloshirt über dunkelblauen Shorts, EdelstahlSteuer in der Linken, an der Rechten eine prunkvolle Golduhr. Die Krönung der am Ruder demonstrierten aristokratischen Haltung aber war seine rechte Hand, die halb auf Schulterhöhe ausgestreckt zwischen Daumen, Zeige- und Mittelfinger eine 20 Zoll Havanna würgte. Den kleinen Finger weit von der restlichen Hand gespreizt (nach dem Motto: Finger weg vom Nikotin!) war der Ringfinger schliesslich dafür verantwortlich, nach jedem Zug die imaginäre Asche abzuklopfen.

Sein kubanischer Zauberstab aber wurde nicht kürzer, weil er kalt rauchte; ebenso wenig sein anhaltendes Cruisen zwischen all den anderen Schiffen, dessen Eigner angesichts seines nassforschen Fahrstils in nächster Nähe berechtigterweise um ihre Anker und Ketten bangten. Als Don Pedro Gonzales nach geraumer Zeit mit seiner Bugwelle die gesamte Flotte ins Wanken gebracht und sich selbst versichert hatte, dass ausnahmslos alle seinen Auftritt hinreichend bewundern konnten, legte er den Hebel auf den Tisch, was den Bug aus dem Wasser und VordecksBarbie vom Handtuch hob und entschwand mit zunehmender Geschwindigkeit endlich in der Weite des Atlantiks Richtung Horizont …

Pink Floyd reisst mich in die Gegenwart, die erste Gitarre wechselt zu einem weiteren Thema, was Träume weckt, und ich erwarte sanft schaukelnd den nächsten Film …

Schenk mir D/ein Lächeln!

Die breite Feder meines bei eBay ersteigerten Füllers fliegt über das leicht zerknitterte Papier meines A5 Kladdeheftes. Leider gelangt sie im Wettrennen mit meinen Gedanken immer wieder ins Hintertreffen …

Auf meiner Lieblingsbank an Morros Strandpromenade blinzel ich in die über dem Meer stehende Sonne, vorbei an den dahin flanierenden, bunten, halb nackten und zum großen Teil wohl genährten, verschwitzten Touristenleibern.

Grund genug zum Lächeln, zur Freude hätten sie alle, die Sonnengäste: geschmeidige 28 Grad – das Wasser nur ein paar Grad weniger -, keine Wolke trübt den Sonnenschein, der Duft der in Knoblauchöl gebratenen Fische verfliegt in der Meeresbrise, Freizeit von morgens bis in die Nacht hinein, alle Randbedingungen, ja sogar der Biorhythmus scheinen auf „Fun in the Sun“ geeicht zu sein. Alles locker, alles easy, denke ich …

Und dennoch, schaut man in ihre gebräunten Gesichter oberhalb von Goldkettchen und unterhalb von NikiLaudaKäppi, dann glaubt man sich in der Münchener U-Bahn zur Stoßzeit wiederzufinden:

Freudlosigkeit bis hin zum Frust, Sorgenfalten bis zum Hintern, fast schon Schmerz verzerrte Mimik und Mundwinkel, die an die freudvolle Ausstrahlung von Angelika Merkel erinnern. Rucksack und Seele scheinen beladen mit schwerer Last …

Zugegeben, das Leben ist schon eine ernste Angelegenheit, weil lebensgefährlich! Die Kunst aber besteht darin, trotz aller Widrigkeiten und Ängste dem Dasein in Demut eine helle, weil ursächlich wohl begründete Freude abzugewinnen. Urlaub, Reisen, Abspannen geben hinreichend Raum wie Anlass dazu!

Dies scheinen aber nur wenige zu beherrschen, zum Talent der Deutschen gehört dies schon Gen bedingt nicht!
Und so denke ich auf meiner Sonnenbank, ich sitze im falschen Abteil einer falschen U-Bahn, die in eine falsche Richtung nur fährt. Vielleicht reicht ein Abteilwechsel…?

Noch bevor ich diesen Gedanken umsetze, nimmt eine ältere Dame neben mir Platz. Grußlos, wortlos und synchron mit ihrem grau melierten Gatten fächert sie ihr massiges Hinterteil auf und lässt sich wie ein brütender Schwan auf sein Nest nieder – raumgreifend, plusternd und sichtlich zufrieden mit ihrem Plätzchen.

Mit aufmerksamen wie gleichermassen unverhohlenem Interesse verfolgt Madame zu meiner Linken den Federflug meines Füllers. Als sie es schon nach kurzer Zeit vor quälender Neugier nicht mehr aushält, bricht sie überraschend das Schweigen: „Wes schreibe Sie denn do?“

Nun war es wirklich Zeit für einen Abteilwechsel, und ich verließ – hatte ich es doch grad gelernt – gruß- und wortlos Bank und Nachbarin, die wohl als solche der Alptraum eines jeden friedfertigen Hausbewohners sein dürfte …

Irgend wann, irgend wer …

Millionen Male in meinem kurzen Leben habe ich es bereits bewundert, und immer wieder kann ich meine Augen nicht davon lassen: schon seit Stunden sitze ich an einem einsamen Strand in Hafennähe meiner Insel, und jede der hereinbrechenden Wellen fasziniert mich immer wieder aufs Neue.

Das Meer ist für die hiesigen Verhältnisse bis zum Horizont glatt, keine Schaumkrone ist heute zu sehen, nur eine leichte Kräuselung auf der Wasseroberfläche zeugt von böigen Winden.
Und ich wundere mich jedes Mal, wenn kurz vor dem aus Lavasand bestehenden und damit schmuddelig anmutenden Strandufer wie aus dem Nichts heraus sich eine fast zwei Meter hohe Welle über die gesamte Breite der Bucht fast lautlos aufbäumt, für kurze Zeit – fast eine Röhre bildend – ihre tiefblaue Wand zeigt, um sich schliesslich auf ihrem Höhepunkt schäumend und tosend in weisser Gischt über den Sand und das Steingeröll ihrem Tode hinzugeben und zu brechen, während schon die nächste Welle steil sich erhebt – im Begriff, denselben Suizid zu begehen.

Das unter der Folgewelle sich zurückziehende Wasser verfügt aber noch über hinreichend Kraft, um die zahllosen Lavasteine, die durch Wasser, Sand und Wellenspiel die Form und Grösse von Eierbriketts angenommen haben, ein paar Meter mit ins Meer zu ziehen, und das murmelnde Geräusch erinnert an die Glaskugeln im Leinensäckchen, die wir als Kinder wie einen Schatz gehütet und verteidigt haben.

Dieses Murmeln im Einklang mit dem Rauschen des ablaufenden Wassers und dem Dröhnen der brechenden Wellen ist wie Musik, scheint von besonderer Rhythmik bestimmt zu sein. Zugleich treiben Sonne und Wolken ihr verwirrendes Schattenspiel, verleihen dem Meer bis hin zu seinem Horizont alle Nuancen des grün-blauen Farbspektrums.

Es ist eine phänomenale Gesamtinszenierung der Natur von unbeschreiblicher Schönheit, Energie und Perfektion – Millionen an Jahren alt …

Und irgend wann wird irgend jemand irgend wo dasselbe sehen, fühlen und schreiben wie ich – wenn bis dahin nicht in seiner schitzoiden Machtbesessenheit irgend wer irgend wo mit einer falschen Handbewegung die Schönheit unseres Planeten hinweg bläst und damit diesem Schauspiel für die Ewigkeit ein unwiderufbares Ende bereitet …

Zeit heilt alle Wunden?

Den letzten Abschnitt meiner Heimkehr bewältige ich mit der DB. Mit 249 kmh, wie der monochrome Monitor im Wagenabteil zeigt, knallt mein IC 78 unter grauem Himmel durch das grüne Deutschland. Meine Gedanken fliegen mindestens genauso schnell, und angesichts meiner in 5 Stunden zu erwartenden Rückkehr in heimischen Gefilden ist die Freude auf der einen Seite groß, nach drei Monaten mich meinen Angstträumen wieder im eigenen Bett hingeben zu können, andererseits beschleicht mich Angst vor der Konfrontation mit verdrängten Realitäten – allen voran das Grab meines Hundes im Garten.

Der Schmerz über seinen schon über ein Jahr zurückliegenden Tod und mein damit verbundenes Gefühl der kaum zu ertragenden Stille in meinem Haus treibt mir zu meiner eigenen Überraschung noch immer vehement die Tränen in die Augen. „The sky is crying, can‘t you see the tears running down my nose …“, wie Stevie Ray Vaughn in einem seiner grossen Glanzstücke so treffend singt, geht mir durch die musikalische Hirnhälfte, und sein Gitarrensolo bringt mich auf etwas andere Gedanken.

Zeit heilt alle Wunden? Nun, diese Wunde schmerzt auch nicht mehr so intensiv wie zu Beginn des Dramas. Aber ich merke immer wieder, dass ich die Tiefen dieser Emotion immer wieder zu erreichen imstande bin und eine Schwermut von mir Besitz ergreift, die ich nur allzu schwer zügeln kann. Diese Abstürze kommen zwar immer weniger vor, aber ihre Intensität lässt mich manchmal zweifeln, ob ich mich jemals von meinem Max wirklich verabschieden kann.

Sehe ich einen Golden Retriever auf meinen Streifzügen, falle ich über ihn her und erdrücke ihn schier mit meiner Sehnsucht und Hundeliebe, umklammere seine Öhrchen und stecke meine Nase in sein Nackenfell, inhaliere den spezifischen Geruch und rede mit dem Tier, dass beim Besitzer Zweifel aufkommen, ob es sein oder mein Hund ist, den er da an der Leine führt.

Und jeden muss ich langweilen mit der Geschichte meines besten Freundes, den ich so sehr über alles und wohl für immer vermisse …

Red Lips

Vor rund 12 Tagen fielen mir die Glotzböppeles aus dem Gesicht, als abends gegen 21 Uhr ein Mädel etwas suchend in eines meiner InternetCaffés hereinstolperte. Rita – einen Tag zuvor gerade mal 40 Lenze alt geworden – war in einer AppartementAnlage ohne Restaurant abgestiegen, und mein zwei Strassen weiter gelegenes Bistro bot den dazugehörigen VerpflegungsService an.

Direkt vom Flieger kommend zwang sich angesichts ihres Auftritts in schwarzen Netzstrümpfen, high Highheels, schwarzem MiniLederrock und schwarzem BoleroJäckchen wieder einmal die altbekannte Frage auf „Wo komme ich her, wo gehe ich hin, und was ziehe ich dazu an?“ Rot lackierte Fingernägel, blutrot geschminkter Mund, gerrahmt von einem Paar schöner, dunkler Augen und einer üppigen Löwenmähne rundeten den nicht gerade Fuerteventura konformen Auftritt ab und trugen ihr Übriges zur allgemeinen Verwirrung eines durch optische Reize überforderten Männerhirnes bei.

Ich vergass meine mails und webBeiträge, und in einem intensiven Gedanken- und Erfahrungsaustausch bei einem Käffchen stellten sich eine Menge Gemeinsamkeiten heraus, die in diversen Lebensbereichen unserer Existenz zu finden waren …

In der Hitze unseres angeregten Mitteilungsdranges berührte ich fahrig und unbewusst ihre Hände, was sie zurückschrecken liess mit den Worten: „Ach, ich kann im Moment soviel Nähe nicht ertragen …!“

Da es keine Zufälle gibt, trafen wir uns an meinem Abreisetag einer inneren Fügung zufolge am Strand wieder, wo ich mein Abschiedsbad von der Insel nahm. Ihre unter einer roten Kappe versteckten Haare, ihre riesige Sonnenbrille und ihre nackten Brüste liessen sie mich nicht gleich wiedererkennen, und noch in meinem Abwenden sprang dieselbe Schönheit mit angeblichen Berührungsängsten freudig auf mich zu, umarmte und küsste mich, als hätte sie mich in all den langen Tagen, in denen ich mit einer fetten Bronchitis in einem verschwitzten Bett zu kämpfen hatte, unendlich vermisst. Nun hätte sie doch auf dieser Insel nach all den erlittenen Enttäuschungen und Verletzung zum Leben zurückgefunden und fragt sich, nein, fragt mich (!), was sie mit all den Männern machen soll, die mit ihr und mit denen sie so gern schlafen würde/n …

Ich riet ihr, alle auf einmal zu vernaschen, damit sie ihren Urlaub nicht nochmals verlängern muss, oder unsere Variante der keuschen aber geistig befruchtenden Begegnung zu praktizieren, was ihren Körper zwar schmachten lassen, ihren Geist aber erfrischen würde.

Schon lange war sie auf ihrem Weg den Strand von Jandia entlang in die anonymen Massen nackter und halb nackter Körper getaucht und darin als Individuum nicht mehr auszumachen, da muss sich so mancher Badegast über mein stilles Kopfschütteln gewundert haben, als ich mich an die ach so peinliche Berührung unserer Hände beim ersten Treffen erinnerte. Verstehe einer die Frauen …

Kegelrobben

Wale hat man in unmittelbarer Nähe zum Strand schon des öfteren gesichtet. Meine Schock gewohnten Augen durften heute eine im lupenreinen Strandsand ruhende Kegelrobbe bewundern.

Vom Achterteil her mich nähernd erspähte ich als erstes die Hinterflossen bestehend aus zwei übereinander geschlagenen Füssen – Fersen oben, Zehen in den Sand gesteckt. Geradezu keilförmig verliefen zwei in Breite wie Masse beeindruckende Beine in ein nacktes, ölig glänzendes Hinterteil, dessen ausladenden Backen auf Grund der Schwerkraft links und rechts schlaff und füllig im Sand ihre bewundernswerte Ausdehnung fanden, als wollten sie zum angestammten Körper gar nicht mehr gehören.

Selbst aus diesem weniger vorteilhaften Betrachtungswinkel war das Geschlecht der Robbe nicht eindeutig zu identifizieren. Einen zweiten Schritt weiter erschloss sich meinem ungläubigen Auge dann der Torso mit dem wuchtigen Kreuz eines Catchers. Kein Jungtier mehr, dachte ich, aber zumindest ein Männchen.

Die Arme in der Bauchlage am Körper anliegend, die Hände dabei flossenartig hochgeklappt, könnte es noch immer eine Kegelrobbe sein – würde sich unter der Öl- aber auf der Fettschicht nicht eine bereits fortgeschrittene carcioide Rotfärbung abzeichnen …

Schulter, Nacken, Kopf waren schwer voneinander zu trennen. Die vergilbte Dauerwelle sowie die unter den Massen hervorquellenden Quarktaschen ohne Brustriemen liessen schlussendlich und definitiv auf ein weibliches Tier rückschliessen. Die breiteste Stelle an diesem Alabasterkörper der zweiten Steinzeit war in der Tat der Schultergürtel, und ab hier verjüngte sich Richtung Hinterflossen alles. Schiffe und Torpedos werden nach diesem Konstruktionsprinzip gebaut – der Natur abgeschaut …

Zur Krönung hatte ich zwei Schritte weiter das Glück, die Schaltzentrale, das Intelligenzzentrum  des Geschosses zu bewundern: das Kinn lagerte auf einem zerknüllten, aufgetürmten Handtuch, in dem blutrot geschminkten Mund steckte ein bunt gestreifter Strohhalm, der seinerseits in der Öffnung einer Dose irgend eines Zuckerwassers verschwand. Durch den Saugvorgang – die einzige, erkennbare Aktivität übrigens – bildete sich ein kreisrunder, leuchtend roter Fleck im nicht minder Cholesterin geschwängerten Gesicht, dessen Augenlider geschlossen und daher einwandfrei erkennbar, mit blaumen Metalliclack divamässig geschminkt waren.

Zu meiner Überraschung war damit aber noch nicht genug. Ich hob meinen Kopf, sah über das liegende, saugende Alttier hinweg, und da lag nicht, da stand nochmal dieselbe Ausgabe dieser Gattung: nackig, fettig, fleischig, mit gespreizten Beinen, die Fäuste dort im Leib versenkt, wo andere ihre Hüfte haben. Brüste, Bauch, Oberschenkel, Oberarme, einfach alles zog übergewichtig Richtung Boden. Und Madame – frei jeglichen Schamgefühls, frei jeglichen Anflugs von Ästhetik und Anstand – präsentiert sich auf einer vom Meer geformten Düne wie auf einem Denkmalsockel den vorbeiziehenden Strandläufern groß und klein.

Wahrhaftig, lieber Gott, Dein Tierreich ist groß!

Garnelen mit Folgen

Ein halbes Klo frischer Garnelen für knapp 4 Euro haben es mir angetan. Ich eile mit meinem Fang nach Hause, setze Reis auf, hacke eine Riesenzwiebel mikro klein, greife zu meinem Special-Öl – eine KnoblauchKNOLLE hauchfein filitiert und vor 8 Wochen in einer Flasche Olivenöl versenkt), benetze in Tim-Mälzer-Dosis die Pfanne damit, also 2,5 Hektorliter, Zwiebeln dazu sowie auf Grund meines unbändigen Appetits die in Rekordzeit gepulten Garnelen. Alllein der Duft …! Das schreit geradezu nach einem Glas Roten.

Also wird ein Rijocha geköpft, ein Gläschen geschlürft, angerichtet, im Angesicht des fürstlichen Tellers mit zwei Schalen gehäuften Reis in Umarmung der organoleptischen Garnelenkreation zur Freude ein zweites Gläschen geleert. Die Freude steigert sich bei der Vereinnahmung der ersten Gabelfuhre – das ist doch ein Gläschen wert … Und die Flasche findet synchron zum deliziösen Mal ihr im höchsten Masse genussvolles Ende.

Der Regen prasselt auf die Strassen, ich drehe mich mit Pink Floyd / remastered im Ohr (Wish You Were Here) mehrfach um die eigene Achse, und der Tag ist mein Freund ..