ERLkönig

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Die Beine der Dolores …

Erschöpft hocke ich auf dem Steinplateau oberhalb des Hafens von Morro Jable und blinzel in die gleissende Sonne. Ein Touristenpärchen betritt die Bühne, er: nicht weiter wichtig, sie: für mich der wahre Hingucker!

Ich weiss nicht, was den wirklich entscheidenden Aufmersamkeitsimpuls ausgemacht hat. Ob es ihre für mich so handliche Grösse war, ihr verspielter Sonnenhut, oder ihre so makellosen Beine, mit denen sie gelangweilt an mir vorbdefiliert – mir unter einer riesigen Sonnenbrille ein flüchtiges Lächeln schenkend.

Ihre kleinen Füsse stecken in einem Paar schlichter Sandalen, ein luftiges Röckchen gibt genug preis von ihren mich so faszinierenden Beinchen. Selbst von hinten betrachtet zeigen sie trotz oder gerade wegen ihrer moderaten Grösse eine klare Kontur, ihre Proportionen rufen meine helle Begeisterung hervor: nach zwei festen, orangenhautfreien Schenkeln die leichte Wölbung ihrer Knie, ein wenig nach innen geneigt, übergehend in samtige und dennoch kräftige Waden, die zur rechten Zeit in schlanken Fussgelenken münden, die durch zwei Füsse mit rot lackierten Nägeln ihre Krönung erfahren. Welche Schöpfung!!!

Es sind alles andere als die dürren Stelzen eines mehr oder weniger bekannten Models. Es sind nicht die bestrapsten Schenkel einer zu allem bereiten Pornoqueen. Auf der anderen Seite ist es auch nicht der sexdurstige Blick eines geifernden, alternden Lustmolches. Nein, es muss die Art der Betrachtung sein, mit der schon seit jeher Künstler den Körper einer Frau begeistert wahrgenommen haben und diesen – frei jeglicher Fleischeslust – aus reiner Ästhetik und mit keuscher Bewunderung für einen makellosen Körperbau mit Stift und Pinsel auf die Leinwand oder in geblümten Worten zu Papier gebracht haben.

Schon lange wollte ich gegangen sein, aber ich musste warten. Noch einmal musste ich sie sehen, in ihrer ganzen Pracht! Und als hätte sie meine Gedanken gelesen, steht sie mit ihrem gänzlich uninteressanten Begleiter auf und stellt sich an den Rand des Plateaus, blickt versonnen hinunter zum Hafen und wechselt zu meiner stillen Begeisterung ununterbrochen das Standbein. Für mich ist dieses Spiel ein willkommenes Posing, und ich studiere nochmals jede Biegung ihrer leicht gebräunten Beine, die ich aus unerklärlicher Sehnsucht am liebsten innig umschlungen und nie wieder los gelassen hätte.

Meine kleine Schönheit dreht sich um, sendet mir im Schatten ihres Sommerhutes ein letztes Abschiedslächeln und entschwindet mit grazilem Schritt unter ihrem wippenden Tennisröckchen um den nächsten Felsenvorsprung …

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