ERLkönig

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Archiv für April, 2010

Portugal, die zweite …

Wir begeben uns um 09:00 zum first class breakfast in einem Hotel namens „TIVOLI„. VIP-Anleger fuer Grossyachten vor der verglasten Wasserfront, vornehm betuchtes Publikum und ein Komplett-Buffet, das fuer 10,- EURONEN keine Wuensche offen laesst.

Peer hat heute seinen letzten Schultag. T. und ich erkunden per Pedes den meilenweiten Strandboulevard, was Peer uns schlichtweg als „Aerschegucken“ unterstellt.

Die Saison beginnt gerade: jedes zweite Lokal haelt noch Winterschlaf,und wir wagen uns nicht vorzustellen, welche Touristroeme an vorrangig irischen und britannischen Groelern die Meile wie auch die Haeuserschluchten hier ueberfluten …

Am Nachmittag zeigt uns Peer sein wirklich coooooles Brett und seine Kunstfertigkeit im Wellenbezwingen. Beim Durchtauchen der ersten Welle bereits haette ich Brett und Loeffel abgegeben. Diese – leider vergaenglichen – Kraefte der Jugend!!!

Zum Dinner gibts heut bei „myself“ wieder 2 Steakscheiben mit Beilagen. Bei ALDI versorgen wir uns mit Wasser und Fruechten, danach treffen wir uns in der Stadt LAGOS mit 3 Kollegen von Peer zum Absacker. Roy ist Peers Mitbewohner, Carola (Schiffseigenerin eines Tintenfischfischers, mit dem sie zusammenlebt) jobbt seit einem Jahr lieber in Portugal als dem teutschen Staat auf der Kasse zu liegen und die Dritte lebt schon seit 4 Jahren im Lande, hat einen kleinen Ableger bei sich, welcher der Tochter von Boris Becker wie aus dem Gesicht geschnitten ist.

Gegen Mitternacht fluechten wir in die Betten.

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Portugal (Algarve), die erste

Nach 3einhalb Stunden Steifsitzen setzt die Maschine in FARO hart auf. Diese Glanzleistung wird frenetisch beklatscht – im Geiste sehe ich den Piloten sich im Cockpit vor seinem Publikum ergeben verneigen. Geklatscht wird aber wohl eher aus Erleichterung, den Höhenflug überlebt zu haben …

Mein erster Ryanair-Flug übrigens! An Sparsamkeit in nichts zu überbieten: Sitzkomfort, Service, Preis (96,- € für Bremen – Faro – Bremen / 2(!) Personen).

Es begrüssen uns satte 24 Grad und ein junger, dynamischer, glatzköpfiger Repräsentant von AutoRent, der uns für 102,- € einen nahezu brandneuen Ford Focus incl. aller Versicherungen unter Ausschluss der sonst üblichen Selbstbeteiligungen für die Dauer von einer Woche überlässt.

Nach Erstbefüllung des leeren Tanks geht’s den highway A-22 entlang mit Ziel PORTIMAO. Hier erwartet uns Peer, der Sohn meiner ruhigen Reisebegleitung T. Peer jobt hier als 24jähriger gelernter Gastronom zeitweise im Auftrage der IHK als Referent im Fach Bar- und Mixangelegenheiten. Die IHK erlaubt sich den Luxus, deutsche Auszubildende in Portugal in die Lehre zu schicken – gefördert von …, na, von wem denn wohl????

So lässt Peer es sich gut gehen – zwischen Schule, Sonne, Strand und Surfen …

So, wie die komfortabel gestaltete Autobahn dem selbst reisemüden Betrachter vermittelt, wie man Milliarden an EU-Fördermitteln geschickt versenkt, so ist der Anblick der Strassenzüge wie der Strandpromenade in Portimao keine größere Überraschung mehr: Zebrastreifen aus Granitsteinen kunstvoll in hochwertigen Asphalt verlegt, Intarsienarbeiten nach Art der Illusionsmalerei dreidimensional auf dem Strandboulevard, Sicherungszäune und Absperrungen – wo früher mit Sicherheit zuallerletzt an Sicherheit gedacht wurde – nun in funkelndem Edelstahl und HighTechLook … Die gute EU!!!

Ansonsten ist der ganze Ort flächendeckend mit Beton ausgelegt: 4 bis 20stöckige Hochhäuser für den spendablen Investor und erholungssuchenden Touri. Eine Beleidigung fürs Auge – ganz in weiss!

Peer hat uns einquartiert in ein Appartment mit 2 Schlafraeumen, einer Riesenkueche und zwei Baedern fuer 20 Euronen die Nacht. Peer, der alte Feilscher!!! Es ist schon spaet, als wir in einer kantinenartigen Schnellgaststaette mit ca. 250 Plaetzen unseren ersten Fisch zu uns nehmen – der Teller fuer 3,99 ist mehr als ausreichend! Ein letztes Bier um die Ecke, wo grad Life Jazz der besten Sorte geboten wird. Publikum unseres Alters applaudieren wie nach der Fliegerlandung, ein lebensfroher Greis mit rot geschminkten Lippen, breitkrempigem Cowboyhut, weissem Handschuh an der Rechten, schwarzer Weste ueber weissem Hemd mimt Michael Jackson und huepft, laueft und springt ekstasisch durch die Reihen gedeckter Tische. Der Hoehepunkt unseres Abends …