ERLkönig

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Portugal, die vierte …

Abhaengen am Pool. Chill out bis 16:00!  Mir gegenueber am anderen Rand des Chlorgewaessers raekeln sich ein paar britische Huehner mit hartem LondonSlang, keine 22 Lenze alt, aber die Gesichter verlebt wie die professioneller Strassenschwalben … Hier ein wenig Creme, dort ein wenig Creme, Bauchlage, Oberteilgezupfe, Rueckenlage, Sonnenbrille hoch, Haareordnen, Sonnenbrille runter, gacker, gacker, schnatter, schnatter …  Huehner eben!

Meine Gedanken flirren ueber das blaetterbedeckte Wasser des kleinen Schwimmbeckens unserer Anlage, und ich lande dort, wo ich seit Wochen immer lande:

Mein Schmerz ueber den Tod meines Hundes keimt wieder auf. Mehr als 6 Wochen ist es jetzt her, und wenn ich seinen letzten Blick vor mir sehe, als ich ihn mit meinen beiden Kindern auf den OP-Tisch zur Einschlaeferung hochob, zerreisst es mich sofort. Umschlungen hielt ich seinen Kopf dicht an meinem, und ich hoere mich ihn fragen „Max, hoerst Du mich? Ich will Dir ein letztes Mal danken fuer die schoene Zeit mit Dir!“ Da war er aber schon laengst gegangen. Kein Zucken, kein Seufzer, kein Wimpernschlag. Kein Haerchen bewegte sich – er schlief mit geoeffneten Augen einfach ein, fuer immer und ewig.

Und schon wieder ist mein T~shirt nass von Traenen, waehrend ich dies schreibe. Und schon wieder frage ich mich, war der Zeitpunkt meiner Entscheidung ueber seinen Tod nicht doch verfrueht …?!?!?

Ich bin geflohen von zu Haus. Sein Grab im Garten, die Stille in allen Raeumen, die vielen Geisterbilder und Erscheinungen seiner selbst, die mich in der ganzen Wohnung verfolgen – ich kann mich selbst in Portugal nicht davon freimachen. Er ist in mir, und ohne in abgrundtiefe Trauer zu verfallen, kann ich nicht an ihn denken. Diese Anfaelle kommen immer wieder, und manchmal sind sie so intensiv, dass ich mich verloren fuehle und immer mehr Gewicht den Worten „Es gibt ein Leben ohne Hund – aber es ist nicht schoen!“ beimesse.

Die Last war MIR zu gross, werfe ich mir vor, nicht, dass ich IHN von seiner schweren Last befreit haette. Von Ungebundenheit und Unabhaengigkeit habe ich getraeumt, aber jetzt, wo er nicht mehr ist, bin ich versucht, einen Scheissdreck auf die Freiheit zu geben … „Meine“ Musik habe ich seit seinem Abschied nicht mehr gehoert, mir schmeckt kein Wein mehr, das Autoradio bleibt tot. Die Lust an Freude kommt mir ohne ihn vor wie Verrat an ihm  …

Endlich! Ein InternetCaffee! Ich gebe mich meiner Schreibwut hin. Abends das Standardprogramm: „myself“ Preiswertfood, Absacker, Bett.

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