ERLkönig

ERLebnisse, ERLerntes, ERLesenes

Toulouse 5

In einem stark frequentierten Park widme ich mich bei strahlendem Sonnenschein meinen „Gespräche mit Gott„, das ich noch nach 79 Seiten am liebsten an die Wand schmeissen möchte, weil ich intellektuell die Dinge nicht nachzuvollziehen imstande bin oder das ganze Geschreibsel nur für einen einzigen Fake halte. Durchhalten tue ich dennoch. Ich hoffe auf Erleuchtung …

Erleuchten tun mich indes die vielen Unterbrechungen in Form von unglaublich vielen (schwarzen) Frauen jeden Alters, die anmutig ihrer Wege daherstolzieren und für mich wie der „Flair de Toulouse“ oder der woher auch immer kühlende Wind in der heissen Sonne sind. Selbst die weniger Situierten sind einfach nur schön …

Nach einem Marsch über den Pont Neuf (Brücke) erreiche ich eine Endbushaltestelle, dessen Chef genau wie seine untergeordneten Fahrer keinen Übersichtsplan für mich hat. Ich solle den nächsten Bus zum Place Esquirol nehmen – er arrangiert eine Freifahrt für mich … Tres gentile (sehr freundlich)!

Eine Weile noch stehe ich neben ihm und mache bedeutungsvolle Mine (so, wie meine eben meistens ist). Dem habe ich wohl zu verdanken, dass alle 6 Busfahrer, die vor „meinem Chefkontrolleur“ neben mir aus einem Shuttle aussteigen, erst ihn und dann mich respektvoll freundlich mit Handschlag begrüssen. Ich nehme an, und „mon controlleur“ grinst sich eins. „Tres gentil!“ sage ich, und er antwortet: „Mais vous aussi!“ (Aber Sie auch!).

Nach der Freifahrt in die City erhalte ich meinen ersehnten Plan und eine 2-Tageskarte für schlappe 7 Euronen, mit der ich beliebig viele Mitfahrer einladen kann … Das erste Preiswerte, was mir in Frankreich begegnet!

Mit dem erst besten Bus verfahre ich mich gleich und lande in irgend einem falschen Aussenort (Ville de Balma), steige an der erst besten und falschen Haltestelle aus und treffe auf das erst beste Restaurant an irgend einer falschen vorortigen Nebenstrasse.

Die Kreidetafel frohlockt mit Plat de jour für 9 €: mixed grilled Schlachtplatte mit Polenta. Ich erhalte die Reste eines explodierten Hähnchens – immerhin ein ganzes Hühnerbein -, 2 verkohlte Bratwürstchen, die so grob sind, dass man sie schon als agressiv bezeichnen kann. Das Stück Schweinebauch (Hilfe, Heinz, die haben hier Bauch!!!) lass ich besser liegen: ce n’est pas gentile pour ma silhouette 😉 !

Nach einer kleinen Stadtrundfahrt mit dem Bus retour lande ich fix und foxy zu Haus. Chr. kauft ein und bereitet einen formidablen Salat. Madame lockt uns mit einem leckeren Armagnac ins Wohnzimmer und verpasst uns noch ein paar anstrengende Französisch-Lektionen. Bon nuit et bon reves!

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1 Kommentar»

  Chr. wrote @

Reves mit ^, also rêves 😉 *Klugschei*****“

Ansonsten sehr schöne Berichte… freut mich jedes Mal sie zu lesen…


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