ERLkönig

ERLebnisse, ERLerntes, ERLesenes

Fuerteventura (3)

Nach einem einsamen Fruehstueck unter 500 Hotelgaesten erst mal ab ins Internetcafe. Astrid, die Malerin, begruesst mich mit Bussi links, Bussi rechts, als waeren wir seit 100 Jahren die engsten Freunde. Gern nehme ich das an 😉 Sie posititioniert sich mit ihrem Equipment grad vor dem Cafe, in dem eine kleine Auswahl ihrer kuenstlerischen Phasen aushaengen. Wir trinken Kaeffchen, plaudern ueber die Schwierigkeiten ihres kanarischen Daseins und wuenschen uns einen schoenen Tag.

Ich geh zum vierten Mal auf die Piste Richtung Sueden und treibe meinen Jeep eine halbe Stunde spaeter ueber laengst bekanntes Steinterrain, um nach Einlegen des Allradantriebes und einigen Wirbelsaeulenfrakturen an einer entlegenen Bucht zu landen.
Keine Menschenseele, kein Auto, kein Gequatsche ueber das beste Essen, den miesen Service und das Wetter in Deutschland! Allein mit mir und „meinem“ unendlichen Meer, das ewig rauscht. Gemaessigte Briese im Einklang mit ebenso sparsamer Sonne, die es trotz Wolken schafft, den Atlantik in gleissendes Licht zu versetzen.
Regional zumindest habe ich meinen Ruhepunkt gefunden – auf einer Felsennase hockend, im Ruecken durch hohes Lavagestein vor Wind und jedem Blick geschuetzt, vor mir unendliches Blau …
Es ueberkommt mich ein Gefuehl, als haette ich einen magischen, energiespendenden Punkt gefunden, bis mich nach zwei Stunden ein Paerchen aus meiner Meditation reisst, die – als gaebe es keinen anderen Ort – belangloses, dummes Zeug lauthals quasselnd mit ihren affigen NordicWalkingStoecken durch diese steinige Mondlandschaft stoeckeln und auf mich treffen muessen, diese Affen, diese gelben!

Ich fluechte, finde nach harter Piste ein anderes Fleckchen und setze meine Gedankenausfluege fort – dieses Mal an einer kleinen, versteckten Bucht (ich hatte mit dem Jeep ins Wasser fahren koennen), in der ich – auf Millionen runder Lavasteine liegend – dem Kommen und Gehen der flachen Wellen lausche, die beim Ruekzug diese Steinchen ein wenig mitnehmen und dabei ein Geraeusch erzeugen, als wuerde jemand Saecke voller Murmeln verstreuen … Musik in meinen Ohren!

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