ERLkönig

ERLebnisse, ERLerntes, ERLesenes

on the road …

Schlaflose Nacht, Fruehstueck im Hotel, Autouebergabe. Um 12:00 starten wir mit unserem himmelblauen VW Polo und schlagen uns tapfer zunaechst durch Athen. In den Strassen regiert das Messer: Kampf um jeden Millimeter, Stosstange an Stosstange, Moppeds fahren Dir gleich links und rechts zugleich die Rueckspiegel ab, A. verdreht die Augen auf dem Ruecksitz, B. neben mir widerholt eine Stunde lang immer nur ein Wort: Fahr, fahr, fahr!!! Ich verbiege Steuerrad und Gangschaltung und suche den EXIT aus diesem Inferno … Nur raus hier, nix wie raus!

Unsere Route: Athen – Tripoli – Kalamata – Cardmili – Stoupa – Agios Nikolaos.

300 km. 5 (!) Stunden. Ein Drittel wunderschoen ausgebaute und voellig leere Autobahn, der Rest Berg hoch, Berg runter, Serpentinen bis zum Abwinken.

Auf einer Strecke von 30 bis 40 km begleiten uns – soweit das Auge reicht – verbrannte Erde, verbrannte Plantagen. Ein einziges Schwarz. Selbst die letzten Baeume beidseitig unmittelbar an der Strasse blieben von den Urgewalten des Jahrhundertfeuers in diesem Sommer nicht verschont. Es regnet, und in der Luft steht noch immer der absolute Brandgeruch. Das alles hat keine Tagesschau, nicht ein einziger Auslandsreport so rueber bringen koennen. Hier muss die nackte Angst regiert haben, Agonie, Verzweiflung und Verderben!

Nach 5 Stunden werden wir von H. und K. herzlich begruesst. H. verfrachtet uns in das Hotel seines Freundes Janosch. Janosch geht in Urlaub, kassiert uns ab (25 Euro pro Nacht), uebergibt uns kampflos die Schluessel und damit die Macht ueber das Hotel, schenkt uns noch kraeftig einen ein und wuenscht uns in perfektem Deutsch (10 Jahre BMW, Muenchen) eine schoene Zeit.

Wir speisen ausgiebig mit H. und K. in einem Restaurant am anderen Ender der Bucht unseres Ortes AGIOS NICOLAIOS, und ich verabschiede mich schon frueh, um einen Verdauungsspaziergang zu machen.

Haette ich bloss nicht! Streckenweise wars stockdunkel, das Meer tobt auf der Linken, auf der Rechten raschelt und scharrt es. Mir stehen die Haare zu Berge, ich denke an Albaner mit langen Messern – es sind nur Katzen mit langen Krallen.

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