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Tod durch Hundekot

Ich wohne schön! Im Grunde genommen ist dieser Ort nach den sprichwörtlichen Bedürfnissen meines Hundes ausgerichtet: gleich über die Straße erstreckt sich ein überschaubares Landschaftsschutzgebiet mit malerischen Feldern und Wäldern – ideal für Hund und Herrchen.

Vor gut 14 Tagen tackerte nun der Bauernverband Hessen e.V. ein überdimensionales Hundekackverbotsschild an die Zuwege dieses bewirtschafteten Felderareals mit der Bitte, im Sinne einer gesunden Ernährung Hunde davon absehen zu wollen, ihre Häufchen auf die gepflügten Äcker zu setzen, weil sie angeblich zu schwerwiegenden Verunreinigungen späterer Ernten führen würden.

Tot durch Hundekot? Ich lach mich tot und tackerte dagegen:

    Besten Dank für diese schonungslose Aufklärung, lieber Bauernverband e.V.!
    Ja, in der Tat: der Konsument bevorzugt unbelastete Nahrung! Nur, wo bleibt das ökologische Gleichgewicht, wenn die Landwirte sich auf den hiesigen als Landschaftsschutzgebiet ausgewiesenen Nutz-Flächen ihrer pharmazeutisch und mit sonstigem Unrat verseuchten Tierfäkalien entledigen, sodass die Äcker unter der Last tonnenweise verteilter Gülle meilenweit mit Seenplatten stinkender Jauche überzogen werden?! Tagelang können die Bürger der angrenzenden Wohngebiete ihre Fenster nicht öffnen!

    Und die Werbung tut ihr Übriges, wenn sie sagt: „Von deutschen Landen frisch auf den Tisch …“ Mahlzeit!

    Und bei jedem Stück Wild, das seine Notdurft in freier Wildbahn und auf derart umsorgten Äckern verrichtet, handelt es sich lediglich um ein rein romantisches Naturschauspiel. Nicht zu vergessen die Millionen Vögel, die aus lauter Respekt vor dieser Aufklärungsschrift über eben diesen Flächen im Rückenflug senkrecht in die Luft zu scheißen pflegen, um auch die letzte Gefährdung unserer gesunden Ernährung durch ätzenden Vogelkot gänzlich auszuschließen.

    Die Beeinträchtigung von Naturschutz, Landschaftspflege, Bodenschutz, Erholungswert und gesunder Nahrungsmittel geht nicht von vereinzelten Hundeaftern aus, lieber Bauernverband, sie ist von uns Menschen – Ihren Mitgliedern! – selbst produziert!

    Einer von Vielen, die diesen Mist über Hundmist nur belächeln können.

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2 Kommentare»

  joker wrote @

Lieber nicht totlachen, leider geht es wirklich um den HUND!
Neospora caninum , der „neue Einzeller des Hundes„, kann bei Rindern Totgeburten und vorzeitige Abgänge verursachen. Etwa zehn Prozent der Rinder in Deutschland sind nach Expertenschätzungen bereits mit dem Neospora-Parasiten infiziert. Durch Hundekot!
Folgen sind Verluste z.B. durch Fehlgeburten.

  blueswolf wrote @

@ joker: danke für den Hinweis, es handelt sich aber nicht um Viehweiden sondern ausschließlich um Ackerland für Getreideanbau, welches der Bauernverband für schutzbedürftig erklärt!


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