ERLkönig

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Budapest 08.11.2005

Zum Fruehstueck wieder McDoof. Budapest ist ueberhaupt DIE Stadt der amerikanischen Fressketten. McDonald, KFC, Burger King und wie sie alle heissen, keine der quirligen, geschaeftigen Hauptstrassen ist mehr frei davon. Nirgendwo auf der Welt habe ich so viele McDonalds an einem Ort, in einer Strasse nur gesehen. Fuer Einheimische muss dieser Schnellfrass noch immer teuer genug sein, denn viel ist nicht los in den modernen Tempelbauten der CholesterinJunkies. Verglichen aber mit den deutschen Preistafeln kostet hier die Plattfrikadelle im Salatmatschbroetchen weniger als die Haelfte.

Bei einem heissen Kaffee mit zwei EggBaconBurgern beobachte ich den regen 09:00-Uhr-Verkehr vor der Panzerglasscheibe, registriere wie in den beiden Tagen zuvor schon die ernsthaften Gesichter, die in grau, schwarz und allemal ziemlich farblos gekleideten Budapester, das auffallend hohe Kfz-Modellniveau und die pausenlos jaulenden Sirenen der blaulichtflackernden Einsatzfahrzeuge. Viele Obdachlose, beschaedigte Strassen und Gehwege sowie millionen trister (weil unrenoviert und angefressen) Jugendstilwohnhaeuser, die in ihrem massenhaften, stumpfen Braungrau die Strassenzuege so blind und matt erscheinen lassen, als haette noch nie ein Sonnenstrahl diese Stadt erreicht.

Trotzdem, nicht der Rubel sondern der Forint (der 2007 in den Euro uebergehen wird) scheint zu rollen, der kapitalistische Kommerz hat laengst schon Fuss gefasst:
Geiz-ist-geil-Saturn hier, Heimwerker-Obi dort, ich-bin-doch-nicht-bloed MediaMarkt, dm, Kaiser’s, Salamander, Praktiker, Rossmann, alles da, und waeren diese Gluecksbringer westlicher Kommerzkultur nicht hier, dann waere diese Stadt ohne die bunten Firmenlogos und schreiende Leuchtreklame noch trister als nebelgrau …

Im nachhinein erfahre ich, woher der boom kommt: Investoren arbeiten hier die ersten 5 Jahre, ohne jegliche Steuerpflicht gegenueber dem Gastland. So macht man das, liebes Deutschland!

Zurueck im Hotel holt mich Laura ab zum shoppen in einer riesigen Mall, die nichts vermissen laesst. Aber wir stellen gemeinsam fest, wir haben alles und keine Wuensche mehr. Gemeinsam mit Luki begleiten wir seine (und „meine“) Laura zum Flughafen, wo Uschi hinzustoesst, die zufaelligerweise denselben Flug nach Stuttgart gebucht hat wie Laura.

3 Maenner winken ein letztes Mal durch den mannshohen Metalldetektor, und Bela faehrt uns mit seinem Daimler mit Esslinger Kennzeichen Richtung Parlament. Hier trennen wir uns von Bela, der sich noch 3 Wochen Heimwerkern auf dem Land und die Exekution des Maulwurfs verordnet hat .

Luki entfuehrt mich in eine interessante Fotoausstellung ueber digitale Fotografie sowie die Ausstellung der preisgekroenten Pressefotografien 2005. Nach einigem junk food freuen wir uns heute auf einen Riesensalat mit Wasser, den wir in der naechsten Bar dann auch genussvoll verdruecken. Gegen 19:00 trennen wir uns auf einer Metrostation, und meine platten Fuesse schleppen mich schlurfend ins Hotel.

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