ERLkönig

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Archiv für Körper-Geist-Seele

RodgauPost auf Schmuddelkurs

Ich bin weiss Gott nicht prüde, aber nun hat es auch schon eine Regional-Postille wie die Rodgau-Post (ein Ableger der Offenbach-Post) nötig, sich über Kontaktanzeigen auf unterstem Schmuddelniveau zu finanzieren.

Es ist nicht lange her, da löcherten Kinder ihre Eltern mit Fragen hinsichtlich Nachwuchs und Fortpflanzung und bekamen die Bienen-Story aufgetischt. Na gut, war eine etwas verlegene und verlogene Erklärung seinerzeit … Ich selbst bezog meine Aufklärung auch nur auf dem Hinterhof, die brachiale Gewalt und Vorherrschaft abgrundtief schweinischer Wortwahl (und Bilder!) aber, die heute auf unsere Kinder hereinbricht, ist unfassbar und muss in meinen Augen zu Fehlentwicklungen führen!

Erklären Sie Ihrem Spross – gerade mal des Lesens kundig – einmal, was denn eine Geilsau, Bums-Titten und eine notgeile Witwe sind …

Es ist wahrhaftig zum Kotzen, was heutzutage sich die Medien erlauben!

Plädoyer für die Ferne

Meine letzter Ausflug hat mir wieder einmal gezeigt, wie wichtig das Reisen für den eigenen Horizont, für Begegnung und für das Er – Leben fremder Kulturen und Menschen ist. Man sollte alles unternehmen, dies auch seinen Kindern schon in frühen Jahren zu eröffnen!

Einschränkungen können jedoch nicht nur in der finanziellen Möglichkeit liegen, sondern weitaus mehr in der Angst. Die Angst vor dem Unbekannten, die Angst vor Gefahr und Risiko können Grund genug sein, der eingewohnte Umgebung nicht den Rücken kehren zu wollen sondern sich primär nur auf das zu verlassen, was bekannt und erprobt ist.

So möchte ich insbesondere meine Kinder – gerade weil sie noch agil, flexibel und kräftig genug sind – immer wieder ermutigen, sich unbedingt die Welt anzuschauen und mit ihr und durch sie Erfahrungen zu machen, die sie festigen wie auch bereichern. Nicht immer werden dies sog. „gute“ Erfahrungen sein, aber selbst diese sind wichtig für die persönliche Entwicklung.

Es gibt kein besseres Investment als Reisen!!! Reisen ist Leben!!!

Kein Grundbesitz auf Mallorca, kein Porsche vor der Villa, kein gestopftes Aktiendepot bei einer Privatbank kann ersetzt werden durch die Erlebnisse einer Reise in die nahe und weite Welt!

Wie sagte schon Hermann Hesse in seinem frühen und für mich besten Werk „STUFEN“ u.a.:

Und jedem Anfang wohnt ein Zauber inne,
der uns beschützt und der uns leben hilft.

Wir wollen heiter Raum um Raum durchschreiten,
an keinem wie an einer Heimat hängen,
der Weltgeist will nicht fesseln uns und engen,
er will uns Stuf’ um Stufe heben, weiten.

Kaum sind wir heimisch einem Lebenskreise
und traulich eingewohnt, so droht Erschlaffen;
nur wer bereit zu Aufbruch ist und Reise,
mag lähmender Gewöhnung sich entraffen.

Lauf der Dinge

Ein Gedanke, der jetzt, genau in diesem Moment, Milliarden von Menschen zugleich bewegt – und immer wieder bewegen wird. Besser kann man diese Momentaufnahme nicht beschreiben wie Ichbinimmerich

Lungenspiegelung

Im Zusammenhang mit einer hustenreichen Erkältung fiel mir 4 Tage in Folge auf, dass immer etwas Blut in meiner Spucke war. Bei meinem Hausarzt gingen die roten Lampen. Ich wurde sofort zum Pneumologen (Lungenspezialisten) überwiesen. Auch er hatte sofort Blaulicht auf dem Dach. Die Batterie aller Diagnoseverfahren brach über mich herein: EKG, Röntgen, Blutuntersuchung, Lungenfunktionstest. Und heute der Gipfel:

Lungenspiegelung (Bronchoskopie). Der Verdacht auf Bronchialkarzinom musste abgeklärt werden.

Die Nacht kaum geschlafen, in einiger Aufregung heute morgen um 8 beim Arzt aufgeschlagen, gab’s erst einmal 20 Minuten Inhalieren. Danach hatte ich eine gefühlte Zunge so gross wie ein LKW, Rachen und Luftröhre waren taub. Ab in die horizontale Lage, EKG-Ankopplung, eine letzte Spritze, und ich war im Land der Träume.

In dieser Zeit wurde ein Endoskop durch Nase (!) und Luftröhre in die Lungenflügel geschoben und mittels einer kleinen Beisszange eine Gewebsprobe der bzw. den Bronchen geklaut. Diese soll näher untersucht werden und darüber Auskunft geben, was los ist …

Ich schreibe dieses Erlebnis nicht auf, um mit stolz zu berichten, was ich armes Kerlchen wieder über mich habe ergehen lassen müssen. Nein, ich möchte nur denjenigen die Angst vor solch einem 20 Minuten-Eingriff nehmen, die ein genau so verzärteltes Sensibelchen sind wie ich, wenn es um medizinisches Eintauchen in die eigene, sterbliche Hülle geht.

Dieser so horrorhaft anmutende Einstieg in den Körper war rein gar nichts! Ehrlich! All meine Aufregung war umsonst! Also Mut – … und Hoffnung auf einen Negativbefund!

Herzkatheter Nr. 21

Ich mache zwei Schritte nach vorn, hinter mir schließt sich die Tür des Markus-Krankenhauses. Nach zwei Tagen Bettruhe, einer ausgesprochen fürsorglichen Betreuung auf der Station und einem weniger schmackhaften Kantinenfraß bin ich kindhaft glücklich über frische Luft sowie über den Segen, wieder auf den Beinen stehen zu können. Tiefe Atemzüge begleiten meine Gedanken: wieder einmal geschafft!

Bereits zwei Monaten nach dem letzten Eingriff war es schon wieder so weit: angina pectoris Anfälle – unter Belastung sowie im totalen Ruhezustand.

Mein 21. Herzkatheter brachte es an den Tag: 4 Verschlüsse mit 90%igen Einengungen. 4 Ballondilatationen und 2 eingebrachte stents stellten zwar den Urzustand nicht wieder her, haben mich aber auf alle Fälle befreit vom Unvermögen, den einen Fuß ohne Schmerz wieder vor den anderen setzen zu können – ich hoffe so sehr, dass es dieses Mal für eine längere Zeit so bleibt.

Auf dem Weg zu Motivation + Effizienz …

Keinen Bock mehr? Ziel aus den Augen verloren? Zeitverschwendung?

Nur ein kleines Wort bringt einen auf den Pfad der Erkenntnis: „WARUM?“